Dreadlocks und Minimalismus

Dreadlocks und Minimalismus

Dreadlocks und Minimalismus

Hier erzähle ich dir, was Dreadlocks und Minimalismus für mich miteinander zu tun haben.

Und eines Tages wachte ich auf und da waren all diese Dinge…

Irgendwie war es irgendwann irgendwie zu viel. Zu viel Zeug. Kennst du das Gefühl? Wenn man wegen all dem Zeug, kaum noch Zeit hat? Ich hatte immer das Gefühl: „Ich habe keine Zeit.“ Und soviel ich auch überlegt habe, warum das so sein könnte, ich kam einfach nicht darauf.

Eigentlich lebe ich schon lange relativ minimalistisch. Zumindest spiegeln mir das die Menschen, die mich besuchen. „Bist du erst eingezogen?“ oder „Richtest du dich gerade ein?“ sind so klassische Fragen. Nach einigen Umzügen habe ich mich nach und nach schon von vielen Dingen gelöst. Auch wenn ich hier und da phasenweise etwas konsumiert habe und auch mal gerne shoppen war, schließlich ist Minimalismus ein Prozess, war ich schon immer mehr der Genießer als der Konsument. 

Ich habe schon immer lieber weniger und vital gegessen, statt viel und schwer. Ich mochte schon immer ein gutes Gespräch lieber als einen Film. Ich reise lieber mit leichtem Gepäck und bin flexibel, anstatt mit einem viel zu vollen Koffer. Wertvolle Momente, die Erinnerungen schaffen, waren mir schon immer wichtiger als meine Zeit in Dinge zu investieren, die mir Geld bringen um mir davon noch mehr Ding zu kaufen. 

Wie kam es dann zum Mininimalsimus?

Aber dennoch fand ich mich irgendwann in einer Situation wieder, wo ich viel Zeit mit Dingen, Menschen und Tätigkeiten verbrachte, die irgendwie nicht mehr nahrhaft waren, die mich beschwert haben und gefühlt nur Zeit gekostet haben. Zeit die ich gerne in andere Dinge investiert hätte.

Und hey sind wir doch mal ehrlich:

Egal ob Arbeitszeit oder Freizeit – Es ist alles Lebenszeit.

Und wenn die Freizeit voller Unsinn ist, ist es ja auch irgendwie Zeitverschwendung.

Wie ging es dann los mit dem Minimalismus?

Deshalb habe ich schon vor einer ganzen Weile angefangen zu fasten. Erst war es nur eine ernährungsbasierte Detox-Kur für meinen Körper und Geist und am Ende ging es in mein komplettes Leben über. Ich habe mir eine Stichpunk-Liste gemacht, mit allen Bereichen meiner Wohnung, samt allen Dingen, die sich sonst so ansammeln. Es ging also durch alle Räume und Schränke, bis in den Keller, aber auch mein Laptop, mein Handy, meine Freundes- und Prioritätenliste, sowie mein Mind-Set wurden ausgemistet und neu sortiert.

Natürlich war das kein Projekt für „schnell mal in einer Woche“, im Gegenteil, ich bin immernoch dabei alles immer minimalistischer und fokussierter zu gestalten. Es hat mir geholfen, mir vorher alles aufzuschreiben und die Liste in kleine Bereiche zu unterteilen. Da stand also nicht „Kleiderschrank“ sondern stattdessen: „Jeans, Pullis, Shirts…“ Zugegeben, es hat mich viele Anläufe, viel Geduld und Disziplin gekostet das durchzuziehen, aber je weniger es wurde, desto leichter und freier habe ich mich gefühlt.

Es war wirklich erstaunlich, wie viele Dinge man eigentlich hat, die man gar nicht nutzt und vor allem die man gar nicht wirklich mag und schätzt. Und all diese Dinge kosten Zeit und Aufmerksamkeit. Sie stehlen uns wertvolle Lebenszeit, die wir in andere, schönere Dinge investieren könnten. Wenn man nämlich all dieses Zeug dann loswird, muss man es nicht ständig hin und herräumen, oder drumherum putzen und wenn man es verkauft, kann man sogar Geld zusammensparen, für etwas, dass man wirklich als wertvoll erachtet.

Was hat die Umstellung auf Minimalismus mit mir gemacht?

Für mich persönlich war das beeindruckendste, zu bemerken, wie der Geist immer ruhiger wurde, je weniger Zeug ich hatte und wie ich zunehmend fokussierter wieder mehr Zeit in kreative Dinge investieren konnte. Das Gefühl keine Zeit zu haben wurde immer leiser.

Das Resümee des Ganzen ist:

Weniger Zeug mehr Zeit.

Und da wie gesagt jede Form der Zeitinvestition „Lebenszeit“ kostet, lohnt es sich meiner Meinung nach sehr, alles loszuwerden, was nicht wirklich glücklich macht. Noch heute nehme ich mir immer mal wieder einzelne Bereiche vor und sortieren aus. Ich frage mich dann immer: „Macht mich dieses Teil glücklich?“ Und wenn die Antwort „Nein“ lautet oder ich ein oder sogar zwei Teile habe, die ich lieber habe, dann wird es mit gutem Gewissen aussortiert.

Ist Minimalismus einfach?

Mit der Zeit wird das auch immer einfacher. Ein paar Bereiche bin ich bereits mehrmals durchgegangen und war erstaunt, wieviel mehr man dann bei jedem Mal ganz leicht loslässt. Je länger man mit dem aussortieren dieser Dinge beschäftigt ist, desto bewusster wird einem auch, wie viel Zeit es tatsächlich ist, die man damit vergeudet hat und das behütet einen auch davor sich weiterhin sinnlose Dinge zuzulegen. Mein Konsum- und Einkaufsverhalten hat sich damit auch deutlich verändert. Inzwischen ist es sogar so, dass alles was zu viel ist sich sogar lästig anfühlt. 

#minimalismusmachtdaslebenleichter

Und so entsteht mit der Zeit immer mehr Raum für Kreativität, für Menschen die mir wichtig sind und zur Selbsverwirklichung. Und wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja sogar mein Hab und Gut auf einen Backpack zu reduzieren und eines Tages den Traum einer Weltreise zu verwirklichen.

Du fragst dich inzwischen:

Was hat jetzt Minimalismus mit Dreadlocks zu tun?

Nun auch bei meinen Dreads bin ich inzwischen beim Minimalismus angelangt. Das schöne an Dreadlocks ist ja, dass man sie nur sehr minimalistisch pflegen muss. Man braucht kaum Haarpflegeprodukte, mann muss sie nicht mehr so oft waschen. Man brauch weder ne Bürste (außer man hat offene Spitzen, nen Pony oder offenes Deckhaar ) noch 100.000. Haargummies. Außer ganz viel LIEBE und immer mal wieder etwas Zeit für die Pflege braucht man nicht viel. 

Nachdem ich ja mit meinen ersten Dreadlock-Anläufen so ziemlich alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann, habe ich mir dann zu guter Letzt, den Traum meiner Dread-Mähne verwirklicht. Der Style gefällt mir auch wirklich immernoch sehr gut, aber auch bei meinen Dreads sehne ich mich gerade irgendwie nach mehr Leichtigkeit und Minimalismus. 

Wo ich vorher schon das Gefühl hatte nur ausgewählten Schmuck, der mir wirklich gefällt, in meine Dreadlocks einzuarbeiten, habe ich heute das Gefühl, es ist überflüssig. Ich liebe meine langen offnen Spitzen, aber dennoch bin ich müde, sie immer kämmen zu müssen. Auch die Tatsache, dass sie immer länger werden belastet mich zunehmend. Es ist schließlich alles zusätzliches Gewicht und eben doch etwas mehr Pflegeaufwand. Noch dazu beeinträchtigt es tatsächlich den Alltag und meine Bewegungsfreiheit, weil es wirklich viiiiele Haare sind. 

Wie werden nun meine Dreadlocks minimalistischer?

Ich bin also zu der Erkenntnis gekommen:

Je weniger man hat, desto leichter ist man

und je leichter man is, desto freier ist man. 

Und so werde ich mich wohl bald auch von einem ganzen Stück an Länge meiner Dreadlocks, sowie einem Großteil des Dread-Schmuckes trennen.

Was ich eigentlich damit sagen will… um es mal ganz minimalistisch auszudrücken:

Weniger ist mehr.

Abgesehen davon denke ich, wenn das mit dem Weltreise-Traum klappt, sollte mein Kopf nicht halb so schwer sein als mein Backpack =)

Falls dich dieser Beitrag inspiriert hat und du meinen Weltreise-Traum unterstützen möchtest, freue ich mich über eine kleine Spende.

Hier gehts zu meinem Beitrag: Vom Backpacker zum Minimalisten

Hier gehts zum Beitrag: Tiefenreinigung für deine Dreadlocks

Hier gehts zum: Dreadlock-ABC

Das war: Dreadlocks und Minimalismus

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